Beitrag von Willi Reuter anlässlich des 100 jährigen bestehen des Kölner-Athleten-Club 1882
Begonnen hat es in Deutschland wohl 1811 in Hasenheide (Berlin). Damals wies
Turnvater Friedrich Ludwig Jahn (11.08.1778 - 18.10.1852) als Erster auf die Notwendigkeit der
Leibesübungen hin. Offensichtlich war man in den nachfolgenden Vereinen nicht bestrebt, Rekorde
zu erzielen oder Leistungsvergleiche aufzustellen, sondern man turnte in der Riege die Übungen
des Vorturners nach. Das ergab neben der körperlichen Ertüchtigung auch Gemeinsinn, Kameradschaft
und Zusammengehörigkeitsgefühl.
Fünf Jahre später turnten die vielen Anhänger schon auf "Turnplätzen" mit fest installierten
Geräten wie Reck, Barren und Kletterstangen. Dann wurden 1819 bis 1842 die Turnvereine verboten.
Der Grund lag in der "Verführung der Jugend", da man damals auch schlecht Sport mit einem
14-Stunden-Arbeitstag für Kinder in Verbindung bringen konnte.
Später dann, es wurde natürlich weiter geturnt, entwickelte sich auch der Leistungsgedanke. So
wurde erstmalig ein Eil- oder Gewaltmarsch 1873 beschrieben, wo man die Strecke Köln - Bonn
(ca. 25 km) in drei Stunden und 18 Minuten hinter sich brachte. Das Streben nach Leistung
und Leistungsvergleich gewann beim Sportler immer mehr an Bedeutung. Man erkannte, dass eine
Spezialisierung ein Mehr an Leistung erbrachte. Darum bildeten sich in den Turnvereinen
spezielle Riegen, die sich nur mit einer Übungsart beschäftigten. Viele interessierten sich
für den Kraftsport, für die Schwerathletik.
Es wird nicht übertrieben klingen, wenn die Schwerathletik als die Trägerin des Urwüchsigsten
und kraftvollsten Volkstums bezeichnet wird. Schon die Griechen pflegten vor mehr als 1000
Jahren v. Chr. eine allgemeine harmonische Ausbildung von Körper und Geist. Von den Söhnen
Hellas nahm das Ringen seinen Weg über die römische Kaiserzeit zu uns. Allerdings tauchten
Spuren klassischer Athletik erst wieder in der Mitte des vorigen Jahrhunderts auf.
Dann führte 1845 die berühmte englische Hochschule "Eton" athletische Wettkämpfe durch, die
jährlich fortgesetzt wurden, in Deutschland gründete man seit dem Jahre 1878 Athletikvereine
in den verschiedensten Städten. Durch die Gastspiele des Hamburger Athleten Karl Abs, der u.
a. ein lebendes Pferd von acht Zentner Gewicht auf beiden Armen trug, wurde in Köln der
athletische Gedanke geweckt.
Am 14 Juni 1882 traten in Köln die Herren Willy ADAM, Franz BEENEN, Rudolf BREDEMEYER,
Anton MÜLLER, Ferdinand THOMAS, H. STRUPP, Franz VÖLKER und Joseph WEBER zusammen, um einen
Athleten-Klub zu gründen. Dieser sollte neben der körperlichen Ausbildung seiner Mitglieder
auch die Verbreitung des Athletiksportes im Allgemeinen zum Zwecke haben. Man schuf eine
Vereinigung mit dem Namen "Kölner Athleten-Klub"
Am 01. November 1882 fand die erste Generalversammlung statt, in welcher der Verstand, bestehend
aus den Herren Franz Beenen (erster Vorsitzender) und Jakob Zimmermann (Schriftführer) gewählt
wurden. In der selben Sitzung wurde auch der Entwurf der Satzung angenommen.
Die Mitglieder hatten die in ihrem Besitz befindlichen Gewichte und Hanteln dem Klub zur
Verfügung gestellt. Mit diesem Material wurde in dem Turnsaal von Ferdinand THOMAS, in der
Gertrudenstraße Nr. 28, gegen eine monatliche Miete von 12 Mark montags, mittwochs und freitags
fleißig geübt. Die Mitglieder zahlten damals einen monatlichen Beitrag von 1,- Mark, der nach
einiger Zeit jedoch auf 1,30 Mark erhöht wurde.
Das Klub- bzw. Versammlungslokal befand sich bei der Gründung in dem Restaurationssaal des Circus
Carre'. Ende des Jahres 1882 traten dem Klub dann weitere Herren bei, so dass nach einem
halbjährigem Bestehen 26 Aktive zu verzeichnen waren. Sein erstes Stiftungsfest feierte der
Verein mit vielen Gästen im oberen Saal des Circus Carré, wo man mit Mitwirkung des Kölner
Gesangvereins "Germania" fröhliche Stunden verbrachte. Infolge von freiwilligen Beiträgen,
welche die Summe von 100,- Mark erbrachte, konnte der Klub sein Gewichtsmaterial beträchtig
vermehren.
In der Versammlung vom 07. Mai 1884 wurde die Neuwahl des Verstandes vorgenommen. Erster
Vorsitzender wurde Anton Müller, Schriftführer Heinrich Strupp und Kassierer war Adam Völker.
Durch den Verkauf der Hauses Gertrudenstr. 28 wurde der Verein gezwungen, sich um ein neues
Übungslokal zu bemühen. Es wurde die "Bach'sche Reitbahn", Poststr. 26, vom 01.06.1884 an
gegen eine Monatsmiete von 20,-Mark angemietet. Die Räumlichkeiten eigneten sich so sehr,
dass in der Folgezeit nicht nur schwere, sondern auch leichte Athletik und Turnen betrieben
wurde.
Seine erste Finanzkrise hatte der Verein dann im Jahre 1884, als nämlich die Ausgaben die
Einnahmen überstiegen. Man sah sich am 26.11.1884 gezwungen, den Beitrag von 1,30 DM auf
1,50 DM zu erhöhen. Dies konnte dann allerdings auch bis 1907 beibehalten werden. In der
Versammlung vom 17.12.1884 beschloss man, dem "Sieg-Rheinischen-Turngau" bzw. der "Deutschen
Turnerschaft" beizutreten. Die Aufnahme erfolgte am 01. Februar 1885.
In der Folgezeit übernahm Rudolf Bredemeyer es, in den Bezirks- u. Gauvorturnerstunden den
Turnern athletische Übungen zur Belehrung vorzuführen. Dies hatte seinen Anklang und so konnte
man in einer Kölner Tagespresse zum Anlass des vierten Stiftungsfestes folgendes lesen:
"Der Andrang zu der Vorstellung, welche man die Spiele der Herkulesse nennen könnte, war so
bedeutend, dass die Halle nicht alle die da schauen wollten, zu fassen vermochte. Die edle
Turnerei war besonders stark vertreten. Auch eine Anzahl in Kraftproduktionen machende Artisten
hatten sich eingefunden, die sich überzeugen wollten, ob ihnen die "Kölner Dilettanten" wohl
über seien. Es waren schwere Leistungen im Drücken, Stoßen und Schwingen von 25 kg-Gewichten,
welche mit großer Genauigkeit und Gewandtheit nach Kommando ausgeführt wurden. Dann folgten
ähnliche Kraftleistungen mit immer schwereren Gewichtssteinen bis zu 50 kg. Einzelne
Produktionen mit Gewichten und Hanteln von 25-100 kg wurden unter lebhaften Beifall der Zuschauer
vorgeführt. Dann gab es ein Fangballspiel mit 25 kg und Zentnergewichten. Diese warfen sich
die Männer mit den Eisenmuskeln und Stahlsehnen, in Abständen hintereinanderstehend, vor- und
rückwärts zu, und jedes mal wurden die schweren Eisenstücke leicht und ohne Fehlgriff
aufgefangen. 75 kg in der linken und 50 kg in der rechten Hand drückte einer der herkulschen
Gestalten zu gleicher Zeit gewandt hoch. Nach Beendigung der Schaustellung versammelten sich
die Mitglieder des Klubs mit ihren Freunden in dem Restaurant von Berzdorf, Kleine Sandkaul,
wo bei gemütlicher Unterhaltung, bei heiteren Scherzen und Liedern manche Flasche auf die
deutsche Kraft und treue Kraft geleert wurde."
Der erste Wettkampf des Athleten-Klubs wurde am 31.05.1886 gegen die Athleten des Sportvereins
in Wuppertal-Elberfeld auf Grund deren Einladung bestritten. Bei großer Gegnerschaft erhielten
die Kölner Anton Müller und Christian Schäfer die ersten Preise. Rudolf Bredemeyer übernahm
dann an Stelle des Josef Weber das Amt des Schriftführers und versah es bis zum Ende des Jahres
1894, in dem er dann zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde.
Im Juli 1890 ließ der Klub Diplome für diejenigen Mitglieder anfertigen, die die so genannte
"Kraftprüfung als Athlet" mit Erfolg bestehen wollten.
Die Übungen zur Prüfung waren:
- Zwei 25 kg Gewichtsteine aus dem Streckhang gleicharmig dreimal langsam zur Hochstreckhaltung drücken.
- 50 kg einarmig von der Schulter aus einmal zur Hochstrecke drücken.
- 50 kg mit einer Hand zur Hochstrecke schwingen.
- Eine Hantel von 55 kg zweiarmig zehnmal von der Brust aus zur Hochstreckhaltung drücken.
- Eine Hantel von 75 kg einmal zweiarmig von der Brust aus zur Hochstreckung drücken.
Diese Übungen konnten bei regelgerechter Ausführung insgesamt mit 25 Punkten bewertet werden.
Derjenige, der 2/3 der vorgeschriebenen Punkte erreichte, hatte die Probe bestanden und erhielt
ein Diplom in feierlicher Weise überreicht.
Um nun auch Nichtmitglieder die Gelegenheit zu geben, ihre Kraft zu erproben, veranstaltete der
Klub auf dem Stiftungsfest am 21.September 1890 u.a. ein Heben eines 1/2 Hektoliterfasses. Anton
Müller und Christian Schäfer hoben jeder das Fass von 183 Pfund von der Brust in die
Hochstreckhaltung. Es gelang damals keinem der Anwesenden, das Kunststück nachzuvollziehen.
Im Jahre 1891 nahm der Kölner-Athleten-Klub mit einer Musterriege an dem "Internationalen
Athleten-Wettkampf" in Duisburg teil. Auf dem gleichzeitig dort stattgefundenen Delegiertentag
übernahm der Klub die vorbereitenden Arbeiten zum Zusammenschluss aller deutschen Athletenvereine,
was im November des gleichen Jahres zur Gründung des Deutschen Athletenverbandes, des späteren
DASV 1891 führte. Gründer und erster Vorsitzender des Verbandes war Rudolf Bredemeyer, der dieses
Amt bis kurz vor seinem Tode (15.09.1919) bekleidete. Bredemeyer kann mit Recht als der Vater
der deutschen Schwerathletik bezeichnet werden. Vom Kölner Athleten-Klub wurde er zum
Ehrenvorsitzenden ernannt und der Kölner Turnverein von 1843, dem er ja auch noch angehörte,
ernannte ihn später zum Ehrenturnwart, eine Bezeichnung, die bis heute einzig blieb in diesem
Verein.
Der Deutsche Reichsverband für Schwerathletik, ein weiterer Vorgänger des DASV 1891, ernannte
ihn am Tage der Einweihung des "Deutschen Stadions" in Berlin, am 08.06.1913, zum
Ehrenpräsidenten. Nach ihm benannt und in seinem Sinne geleitet bestand Jahrzehnte hindurch die
Rudolf-Bredemeyer-Stiftung, eine Unfallkasse für verunglückte Sportkameraden mit Sitz in Köln.
Der damalige Geschäftsführer des DASV 1891, E.A. Kampmann, schrieb in seinem Nachruf: "Möge sein
Leben und sein Wirken vorbildlich für unsere Sportkollegen sein, vorbildlich im Sinne der
Auffassung seiner Tätigkeit für die Allgemeinheit, für den großen Gedanken der Einigkeit in der
deutschen Schwerathletik. Gerade unserer Zeit tun Männer vom Schlage Bredemeyers not, die wie
er es fertig bringen, großzügig zu denken und zu handeln, wenn es gilt, große Ziele zu
erreichen!"
Die "Alten Kölner Athleten" (AKA), eine 1925 ins Leben gerufene Vereinigung, sowie der
Schwerathletenverband Nordrhein-Westfalen (der Vorgänger unseres heutigen Landesverbandes)
stifteten am 100. Geburtstages des DASV-Gründers, je eine "Rudolf-Bredemeyer-Plakette" als
Wanderpreis für die Jugend. Seine letzte Ruhestätte fand Bredemeyer auf dem Kölner Friedhof
Melaten, wo die Schwerathleten ihm einen Gedenkstein setzten.
Das Jahr 1892 hatte für den Verein zweierlei Bedeutung. Einmal wurden beim 10-jährigen
Stiftungsfest am 08.10.1892 unter allgemeinem Beifall erstmalig mit "Eisenstäben" von 20-25 kg
Übungen ausgeführt (hatte man bisher doch lediglich mit kompakteren Geräten gearbeitet) und
zum zweiten übernahm es der Verein, auf eigene Rechnung das erste Verbandsfest des Deutschen
Athletenverbandes zu veranstalten. Die Kosten der Veranstaltung betrugen 4000,-DM, davon
waren 720,-Mark für Geldpreise, 649,-Mark für Medaillen und 200,- Mark für Diplome ausgegeben
worden. Außerdem stifteten die Mitglieder Ehrenpreise, im Werte von. 1583,-Mark.
Wenn auch die Mitglieder durch die Veranstaltung des Festes sich finanziell belasteten so hatten
sie wohl doch das Bewusstsein, dass sie zur Weiterentwicklung des Verbandes in hervorragender
Weise beigetragen hatten. Damals waren an alle Verbände Einladungen verschickt worden, und so
kann man getrost von der ersten deutschen Meisterschaft sprechen, an der schließlich über
300 Athleten teilnahmen. Sieger im Gewichtheben und damit erster Deutscher Meister wurde das
Mitglied des KAC Johann Schneider.
Am 02.01.1895 verlegte der Klub seine Tagungen in die Restauration "Zur Henne", in der
Ehrenstraße 60, dann im Jahre 1898 zur Bierbrauerei H. Abels, Hahnenstr. 43 um anschließend
1902 zur "Altdeutschen Weinstube", Am Hof 14 umzuziehen. In diesem Zusammenhang wird man einen,
aus einer alten Athletikbroschüre entnommene Satz, schmunzelnd lesen: "... dass sehr viele
namhafte Schwerathleten das Wirtsgewerbe betreiben und, speziell in Gewichtheben große Lasten
bewältigen, so dass es fast den Eindruck gewinnt, als ob gerade der Biergenuß außer seiner
mäßig anregenden Wirkung, durch pralle Füllung der Muskelzellen mit reichlicher Flüssigkeit
erst die exakte Hebelwirkung zum athletischen Sport veranlasse."
Das Jahr 1905 brachte das Weltunionsstiftungsfest in Duisburg. Äußere Verhältnisse brachten es
mit sich, dass der Klub nur ein Mitglied zu dem Wettstreit entsenden konnte. Leider scheiterte
ein Erfolg der Vereinigung an dem Umstande, dass von den Unionsmitgliedern Deutschland,
Österreich, Italien, Dänemark und Holland nur Deutschland für die Gründung der Weltunion
Interesse zeigte.
1907 bestand der Klub aus 60 aktiven und 120 inaktiven Mitgliedern. Sie stammten aus allen
Berufsklassen, aus Handwerker-, Beamten-, kaufmännischen und akademischen Kreisen. Man war
stets bemüht, den Klub gesellschaftlich hoch stehend zu halten. Auch war man bestrebt, jene
fern zuhalten, durch die der damalige Ruf anderer Klubs und mit ihnen leider der, der Athletik
im Allgemeinen leidet.
In der darauf folgenden Zeit fand in der Schwerathletik ein Wandel statt. Entsprechend des
vermehrten Interesses für Turnen (Leibesübungen) und für systematischen, körperbildenden
Sport, beteiligten sich nicht nur durch vorhandene Konstitution und "Gewicht' Prädestinierte
der reiferen Jahre sondern nunmehr auch jüngere Leute. So rückte dann auch dem Temperament
der vorwiegend jugendlichen Aktiven das Ringen und die Arbeit am leichten Gewicht in den
Vordergrund.
Die Sportwoche plante man aus diesem Grunde so ein:
Dienstag und Freitag: "Stemmen" und "Ringen"
Donnerstag: "Leichtgewichtsübungen" (für ältere Herren)
In den Jahren 1924 bis 1926 hörte dann das Ringen im Kölner Athleten-Klub auf, da hierfür kein
Interesse bei den Klubmitgliedern mehr bestand. Auch das Turnen stellte man ein, als das
Mitglied August Lang den Verein verließ, um 1925 in Köln-Mülheim einen Turnverein zu gründen,
der heute auch noch existiert. Bis dahin hatte Herr August Lang im KAC die Sportart
Paterrakrobatik betrieben. Später war ihm lange Jahre die Athletenleitung in Köln anvertraut
worden.
Nunmehr wurde nur noch mit Scheibenhanteln gestemmt. Man richtete sich hier nach folgendem
Ablauf:
- beidarmig Reißen
- beidarmig Drücken
- beidarmig Stoßen
- einarmig links u. einarmig rechts Reißen
- einarmig links u. einarmig rechts Drücken
- einarmig links u. einarmig rechts Stoßen
Man kann sich vorstellen, dass so ein Wettkampf oft Stunden dauerte. Damals waren die
Übungsstätten in der Kaiser-Augusta-Schule im Kartäuser Wall, danach im Severinswall und
letztlich in einer Schule in der Lützerrather Strasse. In dieser Zeit hatte der Kölner-Athleten-Klub
eine Vereinskrise zu überstehen. Etwas geschah, was das Ereignis des ersten Weltkrieges nicht
bewirken konnte, am 14.10.1926 löste er sich mit einem Kassenbestand von 137,25 Mark auf.
Als er sich kurzfristig danach wieder formierte, wählte man einen Vorsitzenden, der sich mit
der Kasse "aus dem Staube machte". Doch am Donnerstag, dem 15 Juni 1932 konnte man in der
Morgenausgabe einer örtlichen Zeitschrift folgendes lesen:
"50 Jahre AC 1882 Köln" - "Am 15 Juni jährt sich der Tag, an dem vor 50 Jahren der
ä1teste deutsche Athtleten Club gegründet wurde. Aus diesem Anlass versammelte sich
der Kölner AC 1882 zu einer kleinen Feier. Zur sportlichen Feier wird am 25.09.1932 der
Kreisjugendtag abgehalten, der im Zeichen Rudolf Bredemeyers stehen wird. Im Spätherbst
folgt dann das offizielle Stiftungsfest. Verantwortlicher Schriftleiter: Detmar Wette "
An dieser Stelle kann man zweierlei feststellen:
- der Kölner Athleten-Klub hatte seine Krise überstanden
- und (wie man der Überschrift der Anzeige entnehmen kann) eine Änderung in seiner
Namensbezeichnung vorgenommen. Aus dem Kölner Athleten-Klub wurde "Athleten Club 1882 Köln"
Wohl mit Stolz hatte man das Gründungsjahr mit in die Vereinsbezeichnung aufgenommen. Die
Änderung des Wortes Klub in Club ist wohl auf den Wandel der Zeit zurückzuführen, der auch
unsere deutsche Schrift unterliegt.
Das darauf folgende 1000-jährige Reich hatte zwar in seinen Anfängen der Schwerathletik etwas
Aufschwung versprochen, dieser war aber schon 1936 in Berlin auf seinem Höhepunkt. Als der
Vorhang der olympischen Spiele fiel, war es auch ruhig um den AC 1882 Köln.
Nach dem zweiten Weltkrieg ernannte man Herrn Ernst Stehl als ersten Vorsitzenden, der dieses
Amt bis zu seinem Tode (im 92. Lebensjahr) ausführte. Nachdem einige andere Mitglieder den
Verein jeweils kurzfristig leiteten, übernahm Herr Hans Casper für lange Jahre das Amt des
ersten Vorsitzenden. In dieser Zeit ließ sich der Verein aus haftungsrechtlichen Gründen in
das Register des Amtsgerichtes Köln eintragen. Nunmehr erweiterte sich der Name um die
Bezeichnung des eingetragenen Vereins (e. V.) Somit also: Kölner-Athleten-Club 1882 e.V.
Herr Casper war nicht nur Vorstandsmitglied unseres Vereins, sondern er befand sich auch
im Vorstand des Bundesverbandes der Gewichtheber (BVDG) und war dort letztlich im Rechtsausschuss
tätig. Ebenfalls stand sein Name oft als Hauptkampfrichter auf Wettkampfprotokollen bedeutender
internationalen Austragungen. Als er dabei war, über des bald 100-jährige Gewichtheben
(erstmalig 1986!) ein Buch zu schreiben, erlag er im 62. Lebensjahr einem Herzinfarkt.
Als seinen Nachfolger wählte man Wilhelm Reuter zum ersten Vorsitzenden. Wolle man in diesem
Rückblick der Geschichte des Vereins alle erwähnen, die als Sportler oder als Funktionär
tatkräftig für die Tradition des Clubs gelebt haben, so müssten noch viele Sportler Erwähnung
finden, die sich z.T. heute noch einsetzen.
Mit fast 50 Jahren ist z. B. unser mehrfacher Deutscher Meister Helmut Werheid immer noch
ein nicht zu ersetzender Aktiver in der Mannschaft. Ebenso wäre aber auch der langjährige
Geschäftsführer und Diplomtrainer Hans Ehlenz und unsere unermüdlichen Mitglieder Heinrich
Bartsch, Manfred Lessenich und Horst Wirtz zu erwähnen. Es können jedoch unmöglich alle
aufgezählt werden.
Wollen wir uns einmal vor Augen führen, unter welchen Regeln heute der Gewichtheber seinen
Wettkampf ausführt, um anschließend einen Rückblick auf die Leistungen der "Alten" zu werfen.
Zur Zeit verstehen wir unter Gewichthebern das Heben von Scheibenhanteln in Form von Reißen
und Stoßen. Beim Reißen muss die Hantel in einem Zug auf die nach oben gestreckten Arme zu
liegen kommen, wogegen beim Stoßen erst ein Umsetzen, also ein "Ablegen" des Gewichtes über
der Brust und dann der eigentliche Stoß zur Hochstrecke erfolgt.
Bis 1973 gab es noch den olympischen Dreikampf, er schloss das Drücken noch mit ein. Da bis
zu diesem Zeitpunkt die unterschiedlichste Ausführung der Disziplin "Drücken" einer oft
sehr subjektiven Beurteilung der Kampfrichter gegenüberstand, wurde ab 1973 nur noch der
olympische Zweikampf ausgeführt.
Der Zweikampf ist in folgende Klassen eingeteilt:
- Fliegengewicht: bis 52 kg
- Bantamgewicht: bis 56 kg
- Federgewicht: bis 60 kg
- Leichtgewicht: bis 67,5 kg
- Mittelgewicht: bis 75 kg
- Leichtschwergewicht: bis 82,5 kg
- Mittelschwergewicht. bis 90 kg
- 1. Schwergewicht: bis 100 kg
- 2. Schwergewicht: bis 110 kg
- Superschwergewicht: über 110 kg
Wenn wir jetzt etwas näher auf die sportlichen Erfolge der Schwerathleten des Kölner-Athleten-Club
in den ersten 25 Jahren seines Bestehens eingehen, so muss zuerst Heinrich Schneidereit erwähnt
werden, der in der Nationalmannschaft bei den 1906 in Athen stattgefundenen olympischen Spielen
die Goldmedaille im Tauziehen mit erkämpfte. Im selben Jahr wurde er Weltmeister aller Klassen
im Gewichtheben. 32 kg hielt er rechts in der Waage. Er riss rechts 90,8 kg und links 80 kg.
Er stieß 160 kg beidarmig und einarmig rechts 112,5 kg !
Eine damals großartige Leistung erreichte Herr August Köttgen mit 135 kg im beidarmigen Stoßen
mit freiem Umsetzen und einarmigen Reißen von 80 kg. Er war damals gleichzeitig den beste Stein-
und Kugelstoßer im Verein. Franz Beenen und Franz Völker waren die besten Athleten im Jonglieren.
Anton Müller riss rechts eine Hantel von 90 kg bis zur Brust und drückte sie dann zur Hochstrecke.
Peter Thelen hielt in der rechten Hand einen Trichter und ließ sich aus vier Meter Entfernung
einen 50 Pfund-Stein zuwerfen den er mit dem Trichter auffing und anschließend seitwärts
gestreckt hielt. Christian Schäfer hielt in jeder Hand 50 Pfund seitwärts gestreckt und ging
mit dieser Belastung sechs Meter vorwärts und anschließend sechs Meter rückwärts. Bredemeyer
sprang einem Mitglied von 2,10 Meter Größe mit Aufgreifen auf der Schulter glatt und ohne
Sprungbrett über den Kopf. Paul Hammel drückte 100 kg fünfzehn mal und 135 kg einmal.
Doch wieder zurück zur heutigen Zeit. 100 Jahre AC 1882 Köln bedeuten 100 Jahre Arbeit für
Idealisten! Hatte man vor vielen Jahren beim Eintritt in einen Verein den Wunsch, Kameraden
und Freundschaft zu finden und natürlich auch sich körperlich zu ertüchtigen, so finden wir
heute andere Verhältnisse vor. Die heutige Generation räumt der Freizeit einen hohen
Stellenwert ein. Dies hat zur Folge, dass sich die Industrie sofort darauf einstellte.
Und so steht demjenigen, der seine Freizeit zu Nutzen sucht, ein breites Angebot zur
Verfügung. Jeder geht seinen individuellen Neigungen nach. Das Trachten nach Freundschaft
innerhalb eines Vereines wurde in den Hintergrund gedrängt. Hierbei sollte man auch die
Masse derer bedenken, die Bier trinkend und Salzstangen knabbernd bis zum "weißen Rauschen"
allabendlich vor dem Fernsehgerät sitzen und alle Sportarten in der Theorie vollkommen
beherrschen.
Wenn man darüber hinaus noch berücksichtigt, das Gewichtheben ein "schwerer" und sehr
trainingsintensiver Sport ist, so wundert es doch, wenn hier und da noch Neuanmeldungen
zum Hebersport gelangen, obwohl gerade in neuester Zeit ein erstaunlicher Andrang herrscht,
der vermutlich dadurch zustande kommt, dass der bisher hoch eingeschätzte "Softie" wieder
von einem richtigen Mann abgelöst wurde.
Aus Italien und Amerika wird diese Welle mit einschlägigen (muskulösen) Filmmaterial unterstützt
und so glauben sich oft Neuankömmlinge schon nach 14 Tagen als "Conan" durch die Strassen
gehen zu sehen. Dem ist natürlich nichts so und die Lust nach großen, unübersehbaren
Muskeln schwindet mit dem Auftreten von Muskelkater und mit der Erkenntnis, dass sich der
Erfolg erst nach etlichen Schweißperlen einstellt.
Somit ist aus diesem Grunde eine starke Fluktuation von Mitglieder zu verzeichnen, die von der
Menge her ca. die Hälfte der Gesamtmitglieder ausmachen. Um so mehr Dank sei dem "harten Kern"
ausgesprochen, der in jeder Trainingsstunde in Anwesenheit glänzt.
Auch wenn der augenblickliche körperliche Zustand keinen Zweifel an der Unvermögenheit einer
Rekordleistung aufkommen lässt, ist ein verhaltenes Training immer noch mehr und
gewinnbringender als die Nichtteilnahme. Denn letztlich bringt im Sport die Ausdauer auch
Leistung und dies ist in der Zeit der Leistungsvergleiche ein wichtiges Argument für den
Aktiven.
Für die Zukunft wünsche ich dem Verein, dass er seine gesunde Basis erweitern und Freude am
Sport vermitteln und erhalten kann.
erstellt von Wilh. Reuter (1982)
Streifzug durch 125 Jahre Kölner Athleten-Club von 1882
Beitrag von Hans Ehlenz anlässlich des 125 jährigen bestehen des Kölner-Athleten-Club 1882
Nach dem Wandsbeker Athleten Verein von 1879 ist der Kölner Athleten-Club von 1882, der am 14. Juni 2007 auf sein 125jähriges Bestehen zurückblicken kann, vom Gründungsdatum her Deutschlands und der Welt zweitältester Kraftsportverein. Zwar bestehen selbst in Deutschland mit z.B. dem TSV 1861 Preetz, TV 1872 Saarlouis oder TSG 1861 Kaiserslautern noch einige Vereine älteren Gründungsdatum, bei denen es sich aber wie schon aus der Kurzbezeichnung ersichtlich, nicht um Gründungen als Athletik- sondern als Turnvereine handelt, die erst später Kraftsport angeboten bzw. Kraftsportabteilungen ins Leben gerufen haben.
Da der Wandsbeker Athleten Verein jedoch heute als Gewichtheberverein nicht mehr existiert, kann sich der Kölner Athleten-Club nunmehr als Deutschlands und der Welt ältester noch aktiver Kraftsportverein bezeichnen. Dies wurde auch durch den langjährigen IWF Präsidenten Gottfried Schödl, Österreich, schriftlich bestätigt. Gottfried Schödl hält sich allerdings noch ein Türchen offen, indem er im besagten Schreiben ausführt, obwohl er es zwar nicht glaube, dass es möglicherweise in Dänemark, Holland oder Russland noch ältere Vereine geben könnte. Da der vereinsmäßig organisierte Kraftsport jedoch seinen Ursprung in Frankreich, Österreich und Deutschland hatte und es in Frankreich und Österreich keine älteren Vereine gibt, kann man dieses wohl ausschließen.
Nach Gottfried Schödl, einem anerkannten Kenner der Gewichtheber Historie, erfolgte die erste Gründung eines Kraftsportvereines in Österreich am 19.05.1883 im 1.Wiener Athleten Club, einem Verein, der heute auch nicht mehr existiert. Ebenso bestätigte der Franzose Rolf Maier, Initiator und Eigentümer des wohl einigsten Kraftsportmuseum der Welt, wie Gottfried Schödl auch ein anerkannter Fachmann der Gewichtheber Historie, dass es in Frankreich ebenso wie in Österreich keinen noch existierenden Gewichtheberverein gibt, der vor 1883 gegründet worden ist.
Konkurrenz bekommt der; Kölner Athleten-Club hingegen aus dem eigenen Lande.
Nach Mitteilung von Frank Schönrock, Präsident des Hamburger Gewichtheberverbandes, ist der Wandsbeker Athleten Verein von 1879 am 02.07.2003 aus dem Hamburger Verband ausgetreten und dem neu gegründeten Hamburger Ringer Verband beigetreten und somit, wie bereits eingangs ausgeführt, als Gewichtheberverein nicht mehr existent. Nach seinen Angaben ist aber der Hamburger Verein SK Hansa Germania von 1881 e.V auch als Verein für Gewichtheben, Ringen und Akrobatik gegründet worden. Im Gegensatz zu den Turnern, die in z.B. Jahrbüchern usw. über ausgezeichnetes Archivmaterial verfügen, gibt es im Gewichthebersport außer Material von einigen Privatsammlern, wie z.B. dem schon erwähnten Rolf Maier aus Lille, nichts dergleichen.
Zu dieser Erkenntnis muß auch Gottfried Schödl von Beruf Journalist, gekommen sein, denn bezeichnender Weise betitelte er sein Buch über den Ursprung des Gewichthebersports "The lost past","Die verlorene Vergangenheit? D.h., es gibt nichts oder nur wenig konkretes über Ursprung und Vergangenheit des Gewichthebersports auf das man bei z.B. Recherchen, ob es sich z.B. bei dem Verein Hansa Germania wirklich um die 1881 gegründete Hansa Hamburg oder eine Gründung als Kraftsportverein handelt oder nicht. Denn der bekannte Kraftsportjournalist K.A. Scherer schreibt in seinem Buch "100 Jahre Ringen" nur von 1881 Hansa Hamburg und nicht von Hansa Germania Hamburg. Die diesbezüglichen Buchpassagen wurden dem Schreiber vom ehemaligen BVDG Präsidenten Otto Schumann, ebenfalls ein ausgezeichneter Kenner der Gewichtheber Historie, zur Verfügung gestellt.Sollte es sich bei der Hansa Germania wirklich um den 1881 gegründeten Verein Hansa Hamburg handeln, wäre dies für den AC 1882 Köln auch kein
Grund zur Traurigkeit, denn bisher war er hinter dem Wandsbeker Athleten Verein von 1879 nur zweitältester Gewichtheberverein der Welt und jetzt wäre er dies eben hinter Hansa Germania, also keine Verschlechterung. Seine erfolgreichste Zeit hatte der Kölner Athleten-Club in den Anfangsjahren seines Bestehens. So stellte er z.B. in seinem langjährigen Vorsitzenden, dem legendären Rudolf Bredemeyer, nicht nur den Initiator und Gründer sondern auch den 1.Präsidenten des 1891 in Duisburg gegründeten "Deutschen Athleten Verbandes" (DAV).
Rudolf Bredemeyer, den man wegen seines Engagement, seinen Ideen und Impulsen zur Weiterentwicklung des Kraftsports verdientermaßen auch als"Vater der Deutschen Schwerathletik" bezeichnete, war mit 25 Jahren Amtszeit bis heute auch der am längsten amtierende Präsident des DAV bzw. seiner Nachfolgeorganisationen. Wie die meisten Kraftsportler Mitte, Ende des 18.Jahrhunderts stammte auch Rudolf Bredemeyer aus dem Turnerlager. Im ältesten Kölner Sportverein, der Kölner Turnerschaft von 1843, war er Oberturnwart und bis zu seinem Lebensende 1919 Ehrenturnwart. Organisation und soziales Engagement waren seine Stärken. Mit z.B. der Gründung der Bredemeyer Stiftung, einer Unfallkasse für im Sportverunglückte Sportkameraden mit Sitz in Köln, schuf er schon um die Jahrhundertwende den Vorläufer für die heutigen Sportunfallversicherungen der Landessportbünde.
1893 wurde erstmals eine Deutsche Gewichtheber Meisterschaft in einer Gewichtsklasse ausgetragen. Auch hier hatte der Kölner Athleten-Club die Nase vorn, indem er in Jakob Schneider den Sieger und damit den 1.Deutschen Meister der Gewichthebergeschichte stellte. Der zweifelsohne erfolgreichste Athlet des Vereins, Heinrich Schneidereit, setzte die Premierenerfolge von Rudolf Bredemeyer und Jakob Schneider fort, indem er 1906 in Lille/Frankreich Weltmeister in der neu geschaffenen Schwergewichtsklasse über 80 kg werden konnte. Der leider allzu frühverstorbene Schneidereit, mit 31 Jahren 1915 im 1.Weltkrieg als Artillerieoffizier gefallen, belegte noch mehrmals zweite und dritte Plätze bei Weltmeisterschaften. So z.B. bei den Weltmeisterschaften 1903 in Paris, wo sich das Kölner Naturtalent schon im Alter von 18 Jahren mit dem Titel eines Vizeweltmeisters im Schwergewicht schmücken konnte. Neben dem Gewinn der Weltmeisterschaft, wurden jedoch die Olympischen Zwischenspiele 1906 in Athen zu seinem größten Erfolg.
Hier konnte er neben zwei Bronzemedaillen im Gewichtheben als Mitglied der Deutschen Mannschaft auch die Goldmedaille im Tauziehen gewinnen.In der Zeit nach dem 2.Weltkrieg stellte der Verein zwar durch H. Bartsch, H. Ehlenz, C. Eschenasy, Susanne Küttler, M. Lessenich,M. Rzepkowski, R. Salm, D. Thüring und H. Werheid mehrmals Titelträger bei Deutschen Meisterschaften der Jugend, Junioren, Senioren und Masters, konnte aber, abgesehen von den Masters, nicht mehr an die großen Erfolge der Anfangsjahre anknüpfen. Dies trifft auch für den Mannschaftssport zu.
Hier pochte der Club zwar 1967 und 1971 als Westdeutscher Mannschaftsmeister (Sieger der heutigen 2.Bundesliga) an die Tür zur Erstklassigkeit, war ansonsten aber nur in 2.Bundesliga und Regionalliga vertreten. 2006 ist der AC Köln aus finanziellen Gründen freiwillig aus der 2.Bundesliga zurück getreten und startete in der Saison 06/07 in der Regionalliga West. Hier wurde hinter den aus der 1.Bundesliga zurückgetretenen VfL Duisburg Süd und AC Soest der dritte Platz belegt.
Erfreulich ist die Entwicklung im Nachwuchsbereich. Nachdem der ehemalige Ehlenz Schützling Reimund Boksch ab 2000 die Trainingsleitung des Vereins übernommen hat, war der AC Köln fast in jedem Jahr mit Medaillengewinnen bei Deutschen Jugend Meisterschaften vertreten. So durch Daniel Thüring, 3.Deutscher Meister 2000 und Deutscher Meister 2001, Dustin Thüring, 2.Deutscher Meister 2003 und 2004 sowie Michael Rzepkowski, 2. Deutscher Meister 2005 und Deutscher Meister 2006.
Für die bereits erwähnten Erfolge der Masters zeichneten sich vor allem H. Bartsch, H. Ehlenz und H. Werheid verantwortlich, die bis heute etwa 35 Deutsche Meistertitel an den Rhein holen konnten. International erfolgreichster Master des Trios ist mit dem Gewinn von 5 Weltmeistertiteln, 8 Weltrekorden, 80 Deutschen Rekorden sowie der Goldmedaille bei der Masters Olympiade 1994 in Brisbane/Australien Hans Ehlenz. Aber auch Susanne Küttler und Heinrich Bartsch waren 2006 in Heinsheim bzw. 1993 im tschechischen Sokolov mit dem Gewinn eines Europameistertitels erfolgreich.
Dass der Verein nicht mehr so erfolgreich, wie in den Anfangsjahren war und ist, dürfte in erster Linie darauf zurückzuführen sein, daß man nur auf eigene Athleten zurückgreifen kann, da auf Verstärkung durch auswärtige Kräfte verzichtet werden muss. Einmal, weil die dazu erforderlichen finanziellen Mittel fehlen, denn es ist Fakt, daß sich ein Gewichtheberverein einer Großstadt mit der Konkurrenz von etwa 30 Erst- und Zweitbundesligisten nur durch Beitragsaufkommen finanzieren kann, da er aufgrund der mangelnden Attraktivität des Gewichthebersports weder Einnahmen durch Zuschaueraufkommen noch durch Zuwendungen von Stadt, Sponsoren oder anderen Institutionen erwarten kann.
Zum Zweiten, weil der Verein als südlichster Verein in Nordrhein-Westfalen völlig isoliert liegt. Selbst zu den Nächstliegenden Vereinen wie Duisburg, Essen oder Wuppertal bestehen schon Entfernungen von 60 bis 70 km. Dadurch entfällt auch die Möglichkeit der Zuwanderung von Athleten, die nicht aus finanziellen sondern sportlichen Gründen den Verein wechseln wollen. Das heißt, die richtigerweise größere Chancen bezüglich ihrer Leistungsentwicklung bei einem Regionalliga-oder Bundesligaverein als in einem Bezirks-, Landes- oder Oberligaverein sehen. Verständlicherweise ist aber selbst der besseren Leistungsentwicklung wegen niemand bereit, wöchentlich vier oder fünf mal 130 km und mehr zum Training zurückzulegen.
Als weitere Sportart bietet der Kölner Athleten-Club noch den Kraftdreikampf an. Erfolgreichster Athlet ist hier der Bankdrücker Walter Kurda mit 6 Deutschen Meistertiteln, je 2 Titel bei Senioren, Masters und Mannschaft sowie einem dritten Platz bei den Bankdrück-Weltmeisterschaften der Senioren 1990. Aber auch Sepp Pohlkötter konnte 1999 und 2007 einen Deutschen Meistertitel im Bankdrücken der Masters erringen. Mehrfach 2. und 3.Plätze bei Deutschen Meisterschaften sowohl im Bankdrücken wie auch Kraftdreikampf der Seniorinnen, belegte Konzertpianistin Kimiko Douglass Ishizaka.
Verständlicherweise hat es in einem Zeitraum von 125 Jahren Vereinsgeschichte mit Sicherheit Vorstände von unterschiedlicher Qualität bezüglich Engagement und Fähigkeit gegeben. Engagement und Fähigkeit der bisherigen Vorstände, wie auch des heutigen, mit Willi Reuter an der Spitze, der allerdings das Amt des 1.Vorsitzenden auch schon 25 Jahre ausübt, haben aber immer ausgereicht um den Verein am Leben zu erhalten. Im Interesse des Weiterbestehens des Kölner Athleten-Club von 1882 bleibt zu hoffen, daß dies auch künftig der Fall sein wird.
Für den GHV NW und AC 1882 Köln
erstellt von Hans Ehlenz (2007)
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